Bitly setzt heimlich Affiliate Links in Kurz-URLs

Nutzer verteilen an Freunde und Follower unwissend Affiliate Links in URLs, welche sie vorher bei Bitly verkürzt haben.

Kurz-URL Dienste wie Bitly sind praktisch und werden täglich vielfach von Nutzern sozialer Netzwerke und Videoplattformen, und auch von Onlinemarketern regelmäßig verwendet.

Ein solcher URL-Shortener verkürzt die eigentliche Webadresse auf wenige Zeichen, welche sich in dieser Form besser mitteilen lässt, z. B. in Twitter, wo nur eine begrenzte Anzahl Zeichen zur Verfügung steht.

Um diesen für den Nutzer kostenlosen Dienst zu monetarisieren, werden seit einiger Zeit in einem Test durch eine Partnerschaft mit Viglink die ursprünglichen Webadressen in Affiliate Links umgewandelt.

Verkürzt man nun einen Link bspw. zu einem tollen Paar Schuhe in einem Shop und teilt dann diesen über sein Lieblingsnetzwerk seinen Freunden mit, so wird bei jedem, der diesen Kurzlink klickt im Hintergrund ein Affiliate Cookie gedroppt, welches dann bei einem Kauf schließlich eine Provision für den Dienst generiert.

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Darf Bitly Affiliate-Links in den Kurz-URLs verstecken?

Es gibt bereits Stimmen, die über diese Vorgehensweise von Bitly verwundert sind. Andere beklagen die mangelnde Transparenz über das Anzapfen dieser fragwürdigen Geldquelle.

Da Bitly diesen Dienst kostenfrei anbietet, ist es imho aber durchaus legitim, eine Methode zur Monetarisierung zu finden. Als normaler Nutzer trägt man dadurch idR auch keinen finanziellen Schaden.

Ob bestehende Affiliate-Links mit neuen Parametern überschrieben werden, ist noch nicht geklärt. Laut Viglink sollen diese angeblich unangetastet bleiben. Jedoch Onlinemarketer, welche ihre eigenen Affiliate-Links mittels einem öffentlichen URL-Shortener verkürzen und so nutzen, tragen im Prinzip selbst Schuld, denn es kann heute eigentlich jeder ohne großen Aufwand seinen eigenen URL-Verkürzer basteln.

Wer trägt einen Schaden durch die Affiliate-Kurz-Links?

Die betroffenen Merchants bezahlen in erster Linie die Kosten für das Cookie Dropping, ohne eine entsprechende Gegenleistung durch Bitly zu erhalten, denn es sind ja die User, welche die Werbung tatsächlich leisten.

In zweiter Linie werden andere (tatsächliche) Werbeträger (Affiliates) geschädigt, für welche die Provisionsmodelle eigentlich gedacht sind, denn der Affiliate-Kanal wird durch höhere Kosten ohne Umsatzsteigerung für Werbetreibende immer weniger lukrativ und ggf. in Folge sogar gekürzt.

Was kann der Advertiser dagegen unternehmen?

Angeblich kann jeder Merchant seine Links direkt bei Viglink davon ausschließen lassen. Ob man darauf hundertprozentig vertrauen kann ist jedoch fraglich.

In den Provisionsbeschreibungen bzw. den AGBs sollte jedenfalls deutlich formuliert werden, dass solche Dienste ohne Werbeleistung keinen Anspruch auf eine Provision haben. Ein Fachanwalt ist bei der genauen Ausarbeitung hier der richtige Ansprechpartner.

Bei der Provisionsfreigabe sollte immer die Quelle der Sales genau geprüft werden, damit solche Partnerschaften ggf. beendet werden können.

Zwar sind hier in erster Linie große Online-Shops und Retailer im Fokus, aber in naher Zukunft kann das durchaus auch kleinere Händler und Netzwerke betreffen.

Autor: Sascha Schilling

Sascha Schilling ist seit 1997 als Affiliate Partner (Publisher) aktiv. Seit 2003 betreut er mit clicktainment Internet Marketing verschiedene Anbieter (Merchants), und berät sie zu Online Marketing Maßnahmen.

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